Interview in der NOZ

Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG hat zum werkraum+ ein Interview mit mir geführt:

Neuer Ort für Kreativität Kunstpädagogin Nele Jamin eröffnet „werkraum+“

Neuer Ort für Kreativität – Kunstpädagogin Nele Jamin eröffnet „werkraum+“

Osnabrück. 15 Jahre arbeitete Nele Jamin an der Musik- und Kunstschule der Stadt Osnabrück. Jetzt wagt sie den Schritt in die Selbstständigkeit. Wir unterhielten uns mit der Kunstpädagogin über ihren „werkraum+“ an der Meller Straße und ihr Konzept.

Frau Jamin, Ihre Anstellung an der Musik- und Kunstschule gaben Sie auf und machen sich jetzt selbstständig. Warum?

Die Idee für einen Kreativraum hatte ich schon ganz lange im Kopf. Allerdings habe ich wegen meiner beiden Kinder keinen ernsthaften Gedanke an eine Umsetzung verschwendet. Jetzt sind die Kinder groß und aus dem Haus, daher bin ich unabhängiger und kann das Projekt verwirklichen. Außerdem scheint die Zeit dafür ideal: Ich habe in meinem Job genügend Erfahrungen gesammelt, bin aber noch jung genug, um ein solches Wagnis einzugehen.

Wie sind Sie auf die Räumlichkeiten an der Meller Straße gestoßen?

Ich habe drei Monate lang gesucht. Ich bin durch die Gegend gefahren und habe nach passenden Leerständen Ausschau gehalten, aber nichts gefunden. Dann habe ich von einem Freund, der in der Nähe der Meller Straße wohnt, einen Tipp bekommen: Dort gebe es ein Weinladen, der dicht gemacht hat. Ich habe ihn mir angeschaut und gedacht, dass die Räume für meine Aktivitäten zu dunkel sein könnten. Aber mit ein wenig Fantasie konnte ich mir vorstellen, dort arbeiten zu können.

Am 13. August eröffnen Sie Ihren „werkraum+“?

Richtig. Ich habe die Räumlichkeiten renoviert. Es handelt sich um einen großen Raum zur Straße hin und einen kleineren nach hinten raus. Da kann jetzt gearbeitet werden.

Wie gestaltet sich denn diese „Arbeit“?

Nun, es wird ein Kreativraum für Kunstkurse und mehr. Ich werde offene Ateliers für Kinder ab sechs Jahren anbieten. Die sind zeitlich unbegrenzt, das heißt, die Kinder können daran teilnehmen, bis sie 18 Jahre alt sind. Darüber hinaus gibt es thematische festgelegte Kurse, die acht oder zehn Wochen dauern, also ein Anfang und ein Ende haben. Da wird mit Recyclingmaterial gearbeitet, mit Acrylfarbe gemalt, Speckstein bearbeitet, gedruckt und vieles mehr.

Das heißt, dass Kinder Ihre Hauptzielgruppe sind?

Nein. Die Zielgruppe ist viel größer. Es wird Eltern-Kind-Gruppen geben, an denen Kleine ab zwei Jahren mit ihren Eltern teilnehmen können, ich werde mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, Workshops für Erwachsene anbieten sowie Fortbildungsseminare für Pädagogen im Kunstbereich. Und jeden Mittwoch findet morgens eine Gruppe „50 Plus“ statt.

Was haben sie mit den Älteren vor?

Mit den über 50-Jährigen arbeite ich ganz individuell. Das kann ja eine ganz bunt gemischte Gruppe sein, mit Menschen, die bisher wenig kreativ tätig waren, die beispielsweise aber auch schon einmal an einem Aquarellkurs teilgenommen haben können. Ich werde die Teilnehmer halt nach ihren Interessen fragen.

Was ist mit den Interessenten, die sich Ihre Angebote finanziell nicht leisten können?

Da habe ich ein Arrangement mit der Osnabrücker Bürgerstiftung treffen können. Sie übernimmt zunächst einmal im ersten Jahr die Kosten für zehn Kinder oder Jugendliche aus einkommensschwachen Familien, die bei mir mitmachen wollen.

werkraum+: Kreativraum an der Meller Straße 30. Eröffnung am Samstag, 13. August, ab 14 Uhr. Kurse ab Dienstag, 16. August.  0176-92 29 81 39

(c) NOZ 04. August 2016, Text: Tom Bullmann, Foto: Elvira Parton